6. Wo und wie wohnen: In einem Voluntarierhaus oder in einer chilenischen Familie
 

6.0 Wo und wie wohnen: In einem Voluntarierhaus oder in einer chilenischen Familie

6.1 Casa Alberto ( Stadtteil Recoleta)
6.2 Casa Amistad (Stadtteil Recoleta)
6.3 Casa Padre Louis de Valdivia (Stadtteil Recoleta)
6.4 Tipps für den Stadtteil Recoleta
6.5 Casa Renca (Stadtteil Renca)
6.6 Tipps für den Stadtteil Renca
6.7 Casa Primavera (Stadtteil La Pintana)
6.8 Verkehrsverbindungen und die Entscheidung für den Stadtteil La Pintana
6.9 Über das Leben in einer chilenischen Familie
6.10 Beispiel: Wohnen bei Señora Gabriela
 
6.0. Wo und wie wohnen: In einem Voluntarierhaus oder in einer chilenischen Familie
 
BarackeAlle Häuser verfügen über Warmwasser, Gasofen und Kühlschrank. Die Küchenausrüstung ist z.T. unterschiedlich, wenn ihr also alte Küchengeräte habt, könnt ihr sie gerne mitbringen. Bei Bedarf lässt sich hier aber auch ohne Probleme auf dem Bio-Bio ein alter Mixer für die Cocktail-Party auftreiben.

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6.1 Casa Alberto (Stadtteil Recoleta)
 

Die Casa Alberto ist ein kleines Haus in Recoleta für 4 Voluntarier. Im Erdgeschoss befinden sich Küche, Bad und das Wohnzimmer, im 1. Stock ein Doppel- und zwei Einzelzimmerchen. Besonders schön ist der Patio, Hinterhof, in dem ein Obstbaum steht und der vor einiger Zeit gefließt wurde. Auf den Bänken oder in der Hängematte lassen sich hier auch heiße Sommerabende gut aushalten. Wer gerne grillt ist hier ebenfalls gut aufgehoben, allerdings sollte man tunlichst darauf achten, ob die Nachbarin ihre frische Wäsche gerade aufgehängt hat. Durch die direkte Lage an einer kleinen Seitenstraße, erfreut sich das Haus regen Besuchs durch die Nachbarschaft, mit der ein gutes Verhältnis besteht.

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6.2 Casa Amistad (Stadtteil Recoleta)
 
Sonja in der HängematteDie Casa Amistad ist baugleich mit dem Alberto, vielleicht gab es in Recoleta nur einen einzigen Bauplan, der dann für so ziemlich alle Häuser benutzt wurde – aber solche Dinge könnt ihr dann ja selbst herausfinden. Alberto und Amistad liegen zu Fuß ungefähr 5 Minuten auseinander, Schwester Karolines Haus ist ebenfalls in unmittelbarer Nähe. Das Amistad ist schon seit ziemlich langer Zeit Voluntarierhaus und liegt sehr ruhig am Ende einer kleinen Passage, so dass man, wenn man möchte etwas mehr Ruhe hat. Es liegt also an euch, ob ihr Freunde einladet und die Nächte durchfeiert – dabei sollte die Geduld der Nachbarschaft aber auf gar keinen Fall überstrapaziert werden. Außerdem möchten die Kinder und Kolleginnen euch am nächsten Tag frisch und munter "genießen" können.
Neben dem Patio, der vor kurzem neu gefließt und mit einem kleinen Mosaikeingang versehen wurde, gibt es im Amistad noch einen kleinen Vorgarten, in dem der Rasen aber nicht so recht wachsen will. Die Möglichkeit, eine Hängematte aufzuhängen ist hier hervorragend gegeben. Dies soll der Ausgleich sein, wenn der Rasen einfach nicht wachsen will.

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6.3 Casa Padre Louis de Valdivia (Stadtteil Recoleta)

so fuerstlich ist es aber dann doch nichtDas Haus Casa Padre Louis de Valdivia kann von 6 Voluntariern bewohnt werden. Es gibt dort drei Doppelzimmer. Alle Räume, wie zum Beispiel, Bad, Küche, Aufenthaltsraum sind großzügig gebaut worden. Es hat auch einen großen Patio. Im Vergleich zu den anderen Voluntariernhäusern in Recoleta ist dieses hier das größte. Hier steht die Waschmaschine. Das heißt die einzigste für Voluntarier in Recoleta. Hier kommen dann die Leute aus dem Hause Casa Alberto und Casa Amistad zum waschen. Was sich aber auch schon als eine gute Gelegenheit ergab, hocken zu bleiben und Gespräche mit einem gutem Wein bis spät in die Nacht zu vertiefen.

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6.4 Tipps für Recoleta
 
EinkaufswagenEinkaufen:
Fast an allen Tagen gibt es s.g. Ferias, Wochenmärkte, die sich häufig nur ein paar Blocks von eurem Haus entfernt sind. Vom Scherzartikel bis zur Wäscheschleuder könnt ihr dort alles preisgünstig kaufen. Gerade frisches Obst und Gemüse werden dort zu Schleuderpreisen angeboten. Kleine alltägliche Einkäufe erledigt ihr am besten in den Almacenes, von denen es an jeder Ecke mindestens einen gibt. Wein und Spirituosen bekommt man in Botellerías und zwar immer in einer schwarzen Tüte, weil das Trinken in der Öffentlichkeit untersagt ist. Ausgefallene Konsumwünsche, wie z. B. Butter ohne Salz, könnt ihr euch im riesigen Lider-Supermarkt (Avda. Recoleta ca. 3600, also genau zwischen Amistad/Alberto und Angela Davis) erfüllen. In der Nähe von Amistad/Alberto gibt es auch noch den Ribeiro-Supermarkt (zw. Calle Justicia Social und Victor Cuccuini an der Avda. El Salto), in dem ihr auch alles bekommt, ist allerdings etwas teurer. Fleisch wird in Chile sehr viel gegessen und in Carnicerías verkauft, diese befinden sich in regelmäßigen Abständen an der Avda. Recoleta. Im Sommer sollte man es besser im Supermarkt kaufen, wo es besser gekühlt wird.

Fechten gibt's aber nur im Club ManquehueSport:
An der Avda. Recoleta (ca. 3000) befindet sich das Estadio Recoleta, wo viele Sportarten kostenlos oder preiswert angeboten werden, z.B. Fußbal, Basketball, Tischtennis, Aerobic,etc.

WaschweibWaschen:
Waschen könnt ihr eure Sachen im Casa Padre Luis Valdivia. Dort gibt es eine Bauknecht-Waschmaschine, die auch warm wäscht. Jedes Haus hat einen Schlüssel und kann seine Wäesche dort in die Waschtrommel schmeißen, auch wenn niemand im Casa Padre Luis de Valdivia ist. Aber bitte erst klingeln und schauen, ob euch jemand die Türe aufmacht. Wichtig ist, dass ihr auf jeden Fall die Waschanleitung beachtet, welche über der Waschmaschine hängt.

Weiterhin gibt es z.B. in Recoleta in Recoleta auch einen privaten Waschservice, d.h. eine Bewohnerin der Poblacion wie z.B. Señora Hortencia bietet den Waschdienst zum gleichen Preis wie die Waschsalons an; i.d.R. holt und bringt sie jedoch eure Wäsche.

 

Schneider in Recoleta
Weil hier in Chile irgendwie alles viel schneller verschleisst und kaputt geht, könnt ihr, wenn ihr z. B. eure Hose preiswert und ordentlich nähen lassen wollt zum Schneider in der Muñoz Gamero 516 gehen. (ca. 1000 Peso pro Hose)

Internet-Cafes:
Um Emails, Rundbriefe oder sonstige Infos zu versenden, stehen euch quasi an jeder Ecke Internet-Cafes zur Verfügung. Die Kosten pro Stunde betragen zwischen 400 und 600 Pesos, die Qualität der PCs und die Schnelligkeit der Linie sind dabei bisweilen recht unterschiedlich.
In Recoleta gibt es beispielsweise in der Av. El Salto und in der Av. Recoleta mehrere Internet-Cafes, z.B. direkt im Supermercado Lider oder schräg gegenüber vom Supermercado Ribeiro.

Fahrrad:
Es ist ziemlich angenehm, sich mit dem Fahrrad fort zu bewegen, es ist schneller, erleichtert z.B. bei Hausbesuchen über das Consultorio die Anfahrtswege, und erschließt Santiago auf eine interessante Art und Weise. Allerdings ist der Verkehr im Zentrum nicht zu unterschätzen und teilweise wirklich gefährlich. Jedoch in Recoleta beispielsweise kann man sehr gut Fahrrad fahren, wenn man den vielen Schlaglöchern oder Glasscherben rechtzeitig ausweichen kann...

Fahrradläden gibt es fast an jeder Ecke, die Qualität der gebrauchten Fahrräder ist jedoch meistens sehr bescheiden. I.d.R. kostet ein gebrauchtes Mountainbike 25.000 Pesos, ein kleineres, einfacheres Fahrrad gibt es (nach einigen Verhandlungen) bereits ab 15.000 Pesos.
In der Av. San Diego/Ecke Coquimbo werden nur neue, beim Mercado Bio Bio gebrauchte Fahrräder verkauft (Bio Bio nur Samstag und Sonntag). Ein neues Fahrrad bekommt ihr dort z.B. ab knapp 40.000 Peso (ist stets Verhandlungssache, also traut euch ruhig, bleibt dabei aber stets freundlich – Verärgerung über die meistens zu hoch angesetzten Preise hilft euch definitiv nicht weiter).
Fahrradzubehör inklusive Fahrradschloss erhaltet ihr ebenfalls hier – es ist jedoch recht hilfreich und sinnvoll, Licht für hinten oder auch vorne mitzunehmen: Lampen, die man einfach ans Fahrrad klemmt und die mit Batterien betrieben werden. Oder die einfachere Variante: Nehmt ein paar Reflektoren mit, es gibt auch leichte mit Klettverschluss, die man sich selbst um Arm oder Bein wickeln kann.

 

Einkaufen: Mall Plaza Norte:
Wer Lust auf einen größeren Einkaufsbummel, bzw. auch Samstag Nachmittag oder am Sonntag einkaufen möchte (da sind mehrere Läden im Zentrum geschlossen), der kann sich zu einem der vielen Malls in Santiago aufmachen. Es gibt z.B. den Mall La Florida in La Florida (Metrostation Miraflores, Linie 5), den Mall Parque Arauco in der Av. Kennedy (per Bus Linie 388 oder 639 erreichbar) oder den exklusiven Mall Alto Las Condes, ebenfalls in der Av. Kennedy (Bus nehmen, der Alto Las Condes anzeigt und aussteigen an der Av. Las Condes, Ecke Padre Hurtado).
Von Recoleta aus ist der Mall Plaza Norte sehr gut und schnell erreichbar – und er hat einen entscheidenden Vorteil, es gibt kostenlose ( !) Busse dorthin.
Die Busse dorthin sind rot und orange, und haben vorne ein großes Schild mit Mall Plaza Norte. Es gibt auch die regulären gelben Micros, die dort hin fahren, und ebenfalls vorne ein Schild haben mit Mall Plaza Norte, aber wenn ihr mit denen fahrt, zahlt ihr den regulären Preis. Die kostenlosen rot-orangenen Busse fahren durch die Av. Dorsal, biegen von der Dorsal in die Av. Recoleta ein (Richtung Norden bzw. Richtung Lider) und fahren hinter der Zapadores nach Nord-Westen. Am besten ihr steigt in der Av. Recoleta zwischen Av. Dorsal und dem Lider ein, es gibt keine regulären Haltestellen für diese Busse, einfach wie üblich Hand heraus halten. Zum Mall dauert es ca. 30 Minuten mit diesem Bus. Geöffnet ist der Mall jeden Tag von 10.00 bis 22.00 Uhr, die Busse fahren von morgens um 10.00 Uhr bis abends um ca. 21.00 Uhr.
Im Mall Plaza Norte gibt es einen Sodimac (= Baumarkt), einen größeren Lider, Apotheken, kleinere Sportgeschäfte, Paris, Falabella, sonstige Kleiderläden, Schuhgeschäfte, Fotoläden, Kino, Patio de Comidas...
Falls ihr dort mal eine größere Menge Geld abheben müsst, könnt ihr im 1. Stock beim Geldautomaten der Redbanc 300.000 Pesos abheben. Allerdings ist am Ende des Wochenendes der Geldautomat bisweilen leer.

Goethe-Institut:
Wenn ihr einen Sprachkurs macht, so müsst ihr vorab im Goethe-Institut einen Sprachtest ablegen in schriftlicher Form. Er dauert ca. 30 Minuten und entsprechend dem Ergebnis werdet ihr in ein bestimmtes Niveau eingestuft. Ihr müsst euch nicht anmelden für diesen Test, sondern könnt einfach zu den Öffnungszeiten hingehen, d.h. wochentags ab 10.00 Uhr und euch im Sekretariat melden. Der Bürozivi hat eure Namen vorab bereits an das Sekretariat weiter gegeben, wenn ihr im gemeldet habt, z.B. per Mail, dass ihr einen Sprachkurs wünscht.
Die Bücher, die im Sprachkurs verwendet werden, müsst ihr separat im Goethe-Institut kaufen, ein Lern- und ein Übungsbuch kosten zusammen nochmals 22.000 Peso. Ihr könnt diese Bücher jedoch auch kopieren, fragt z.B. bei den anderen Voluntarieren nach, die bereits am Sprachkurs teilgenommen haben. Die Kopierkosten betragen dann ca. nur 6.000-8.000 Pesos.
Um zum Goethe-Institut zu gelangen, könnt ihr jeden Bus nehmen, auf dem „San Antonio“ steht. Steigt dann dort am Anfang der San Antonio, Ecke Esmeralda aus.

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6.5 Casa Renca (Stadtteil Renca)
 

Die Casa Renca ist von den anderen Voluntarierhäusern sehr weit entfernt, da es, wie der Name schon sagt, in Renca, einem ganz anderen Stadtviertel liegt. Wer hier wohnt, hat bis auf die drei Mitbewohner meist relativ wenig Kontakt zu den übrigen Voluntariern, dafür aber eine um so intensivere Beziehung zu Nachbarn und jugendlichen Chilenen. Die Nachbarschaft ist sehr aufgeschlossen und neugierig, euch kennenzulernen. Das Haus selbst ist einstöckig und bietet für 4 Freiwillige reichlich Platz. Es gibt im Moment ein kleines und ein etwas größeres Doppelzimmer, dazu natürlich Wohnzimmer, Küche und Nasszelle. Im Winter muss das Haus schon mal mit Sandsäcken vor Wassereinbruch geschützt werden. Dabei helfen euch aber sicherlich die sehr netten Nachbarn. Das Haus hat einen große Garten, der auf regelmäßige Pflege, z.B. Rasenmähen, Gießen angewiesen ist, damit ihr euere Freude an der grünen Oase habt. Zum Ausruhen nach der Arbeit im keine 200m entfernten Kindergarten reicht er aber alle Mal. Wenn ihr hier einmal krank werden solltet, ist die Poliklinik der Fundación Cristo Vive auch gleich um die Ecke.

Niels und Christoph

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6.6 Tipps für Stadtteil Renca
 
TippflixEinkaufen:
Am bequemsten mit der freundlichsten Beratung, aber leider auch am teuersten kauft man in den nahegelegenen Almacenes ein. Bei Gütern wie Brot, Nudeln, Eiern, Streichhölzern, Zigaretten und Bier ist das nicht so schlimm wie bei Obst, Käse, Fleisch und sonstigen größeren Erledigungen. Die holt man sich am besten im Supermarkt am Plaza de Renca, eigentlich jeder Bus von Infante (für 100 Peso fragen). Dann gibt es noch den sehr praktischen Markt am Dienstag und Donnerstag, allerdings nur vormittags auf der nahegelegenen Vicuña Mackenna, wo man billigst Obst und Gemüse und sonstige Lebensmittel finden kann.

Waschen:
Es existiert eine Waschmaschine für die Bewohner im Hause Renca. Also Wäsche rein und los...

Freizeitgestaltung:
Neben den vielen “Canchas”, den Fußballfeldern, gibt es auch noch einen Ort wo man Pool spielen kann (auf der Karte oben rechts im Eck :-)

Plaza de Renca:
Hier ist bis auf ein Kino alles was man braucht. Internet, Supermarkt, Polizei, Post, Photoladen, Apotheke, usw.

Hilfe:
Für Probleme aller Art, seien sie materieller, gesundheitlicher oder finanzieller Natur gibt es 3 Personen in Renca die gleich nebenan wohnen. Das wäre zum einen Tia Marisol, der Pfarrer der Dorfgemeinde und Don Juan, der Hausmeister des Kindergartens, außerdem gibt es den Nachtwächter im Kindergarten, der auch immer für euch da ist. l

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6.7 Casa Primavera (Stadtteil La Pintana)
 

.Das Haus befindet sich ca. 2 Min. entfernt vom Kindergarten in einer kleinen relativ ruhigen Sackgasse, in der nur ab und zu nachts die Nachbarshunde laut bellen.
Es ist ebenerdig und relativ groß, perfekt ist es für 4 Personen, die sich dann jeweils zu zweit ein Zimmer teilen. Eine fünfte Person findet bei Bedarf in einem relativ kleinen Durchgangszimmer ohne eigenes Fenster Platz. Das Wohnzimmer ist sehr groß und mittlerweile nach 3 Generationen sehr freundlich und gemütlich gestaltet worden. Die Küche ist groß und hell und mit allem Nötigen ausgestattet. Trotzdem bleibt das Schönste im Haus der Patio (Hinterhof), welcher mehrere Obstbäume beherbergt und im Sommer eine grüne Oase bietet. Trotzt seines gepflasterten Bodens schließt man den Patio schnell ins Herz. Das Haus ist mit einer Waschmaschine und sogar mit einer nostalgischen Stereoanlage eingerichtet. Klar ist das Casa Primavera das abgelegenste Voluntarierhaus von allen, dies hat aber sehr vorteilhafte Auswirkungen auf die Wohngemeinschaft und das Nachbarschaftsverhältnis.

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6.8 Verkehrverbindungen und die Entscheidung für den Stadtteil La Pintana
 

Bus:

am einfachsten die Micronummer 394 von der San Antonio oder von Bella Vista aus nehmen. Der hält direkt vor dem Kindergarten, bzw. vorm Haus.
Hin-bzw. Rückweg in die Stadt ist identisch.
Von der San Antonio ansonsten auch den 401 nehmen. Der hält aber nur in einer Parallelstraße der San Francisco. Dort steigt man dann am Gemüseladen aus.
Der 101 fährt von der Metrohaltestelle La Moneda in der Straße Teatinos ab. Er kreuzt in La Pintana die San Francisco, die läuft man dann ein Stück runter um zun Haus zu kommen. Diese fährt auch von Recoleta aus.
Der 349 bringt dich zur U-Bahn Haltestelle Los Heores (Flughafenbus) und zur Estacion Central und den anderen Busbahnhöfen, zurück nach La Pintana fährt er aber leider sehr unregelmäßig.

Metro:

Das Collectivo 27 bringt dich für 400 Pesos zur Metrohaltestelle Lo Ovalle
(Linie 2) und auch wieder zurück. Geht meistens schneller als der Bus, man zahlt aber eben auch doppelt.
Fährt wie die 101 an der Metrostation La Moneda und steht in der Straße Teatinos bzw. Nataniel Cox auf dem Mittelstreifen. Nr. 615 kostet zwischen 1000 und 1500 Pesos.

Taxi:

“Esquina San Francisco con Venancia Leiva”
fährt nie mit Taxometer, Festpreise um die 6000 Pesos. Lasst die Chilenen aushandeln

Zur Entscheidung für die Arbeit in La Pintana:

Ohne in den anderen Kindergärten gearbeitet zu haben, halten wir den den Kindergarten Jardín Infantil “Tierra de Niños” für einen sehr guten Arbeitsplatz.
Das liegt schlicht und einfach daran, dass wir die ersten Voluntarier gewesen sind und sich noch nicht alle an uns gewöhnt hatten und auf Voluntarier eingestellt sind.
Die Tias sind offen und interessiert und die liebevolle Chefin verständnisvoll.
Auch wenn die anfängliche Begeisterung für uns im Laufe des Jahres doch etwas abgenommen hat, bleibt man trotzdem noch etwas Besonderes und hat die Freiheit auch eigene Ideen mit einzubringen.
Wenn man also nach La Pintana geht entscheidet man sich eher für die Arbeit als für das Freizeitleben. Die Freizeitangebote sind nämlich etwas schwerer zu erreichen als in Recoleta.
Man kommt immer irgendwie ins Centrum und zurück, aber es dauert etwas länger und wird manchmal teurer. Außerdem hat man eben keine anderen Voluntarierhäuser, bei denen man schnell mal vorbeigucken kann.
Wir haben die anderen trotzdem viel gesehen, doch prinzipiell ist es schon eine gute Grundvoraussetzung, wenn sich die Gruppe hier gut versteht.

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6.9 Über das Leben in einer chilenischen Familie

 
Wer nicht in einem der Voluntarierhäuser wohnen kann oder möchte, hat auch die Möglichkeit bei einer Gastfamilie zu wohnen. Karoline kennt in der Siedlung fast jeden und so findet sich immer noch eine zusätzliche Unterkunft. In den Gastfamilien habt ihr eigentlich immer ein Einzelzimmer, außer wenn ihr mit einem anderen Voluntarier zusammen bei ein und derselben Familie wohnt. In einer Gastfamilie werdet ihr das Alltagsleben am unverfälschtesten erleben und eine wesentlich intersivere Beziehung zu den Einheimischen entwickeln, als es in einer "Deutschen-WG" möglich ist. Der Kontakt zu euren Mitvoluntariern kann sowohl sehr eng, als auch gar nicht vorhanden sein, abhängig davon, wo eure Familie wohnt.

Chil. FamilieWer in eine Familie zieht, sollte bereit sein sehr tolerant, geduldig und eventuell auch ein paar Einschränkungen in seinem alltäglichen und/oder Ausgehleben hinzunehmen. Zum Alltagsleben gehört hier auch, dass es für Jugendliche zwischen 18 und 25 hier oft viel strikter zugeht als in Deutschland. Insbesondere die jungen Frauen müssen viel mehr um Erlaubnis fragen, man darf nicht einfach so mit Männern ausgehen etc. Aber dies gehört mit zur Erfahrung. In Europa hat man einfach ab 18 und etwas eigenem Geld viel mehr Freiheiten. Wenn ihr wirklich richtig eintauchen wollt, in die chilenische Kultur, akzeptiert hin und wieder Sachen, die ihr in Deutschland nicht annehmen würdet. Ihr werdet sehen, die Familie wird euch in den meisten Fällen mehr und mehr integrieren, was eine sehr schöne und wichtige Erfahrung sein kann und die sicher recht einmalig ist. Ist man dann gut integriert, kann man beginnen, auch über sehr konservative Haltungen zu diskutieren.

Oft werden die Familien sehr besorgt um euch sein (besonders um Frauen), und euch oft begleiten wollen, auch wenn ihr gerne alleine irgendwohin gehen wollt. In solchen Momenten ist es sicher gut, dies erst mal zu akzeptieren und es dann nach und nach „suavemente“ zu ändern. Solltet ihr mal einen Pololo/a (FreundIn) haben, bitte fragt bevor ihr diesen mit nach Hause bringt. Eine Übernachtung wird sicher schwierig sein, da ihr ja wahrscheinlich nicht gleich heiratet. Für Vegetarier, bitte bringt eure Essensgewohnheiten sanft herüber: Häufig werdet ihr als Gast als Zeichen großer Gastfreundschaft erst mal mit Fleisch versorgt. Eine Ablehnung kann zu Anfang als große Beleidigung wirken, daher auch hier „suave“ vorgehen.

Es ist häufig so, dass du in die Familie aufgenommen wirst, weil die Leute Geld benötigen oder sich von dir etwas erhoffen. Das muss sich nicht negativ auf euer Verhältnis auswirken, aber es ist gut, dies zu wissen um dann nicht enttäuscht zu sein.

Wichtig ist, dass man in einer Familie häufig wenig Privatsphäre haben wird. Trotz des eigenen Zimmers, kann es auch sein, dass man keine Tür zum schließen hat oder die Wände sehr dünn sind, man sehr dicht beieinander wohnt und Fernseher oder Radio häufig laufen.

Wie gesagt, eine solche Erfahrung ist ziemlich einmalig. Ich bin noch heute nach 12 Jahren mit "meiner” Familie in Kontakt und man kann glaubhaft sagen, man war wirklich in die Kultur eingetaucht mit allen Höhen und Tiefen.

Michaela, “ehemalige” Freiwillige

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6.10 Beispiel: Wohnen bei Señora Gabriela
 
Señora Gabriela ist etwas über 60 Jahre alt und lebt mit ihrem 42-jährigen Sohn Luis zusammen. Sie nimmt schon seit ein paar Jahren Voluntarier bei sich auf. Sie und ihr Sohn sind sehr offen, liebenswürdig und finden es sehr schön, Erfahrungen mit Voluntariern zu machen. Das Haus befindet sich ganz in der Nähe von Schwester Karolines Haus. In der Nähe gibt es einen Supermarkt mit einer Apotheke und auch einige kleine Läden, in denen man die wichtigsten Lebensmittel bekommt. Auch eine Bushaltestelle ist in der Nähe. Das Haus der Señora ist einfach, aber geräumig, sauber und komfortabel. Das Bad ist sehr sauber und die Dusche ist warm. Die Voluntarier kaufen ihre eigenen Lebensmittel und können die Küche eigenständig benutzen. Die Señora und Luis finden es aber auch schön gemeinsam zu essen. Wer gerne Familienleben erfahren möchte, hat hier gute Möglichkeiten dazu. Außerdem bekommt man schneller Einblicke in das Leben hier in Recoleta und in die Lebenssituation der Menschen hier. Die Señora ist auch sehr offen, was Besuche von Freunden angeht. Das Zimmer ist für zwei Voluntarier; es kommt aber auch vor, dass man hier alleine wohnt. Es gibt einen separaten Eingang zum Zimmer. Das Zimmer ist einfach, aber gemütlich. Es ist ein Schrank vorhanden und die Betten sind bequem und die Bettwäsche wird jede Woche einmal gewechselt. Nachteil ist, dass es keine Heizung gibt (außer ein Heizöfchen) und es im Winter besonders im Zimmer recht kalt wird. Daher ist es ratsam, einen guten Schlafsack mitzubringen.

In Absprache mit Schwester Karoline bezahlen die Voluntarier hier normaler Weise um die € 70 bis 80 monatlich. Dieses Geld ist der Familie eine große Hilfe.

Zum Abschluss bleibt nur zu sagen, dass wir (Lili & Lolita) unseren Aufenthalt hier sehr genoßen haben!

Lili, 25

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